Energie und Mobilität

Als Dienstleistungsunternehmen benötigen wir Energie in vielfältiger Form: für das Heizen unserer Gebäude, für den Betrieb unserer elektrischen Geräte und Anlagen oder für unsere Mobilität.
Die Nutzung von Energie ist immer auch mit Umweltbeeinträchtigungen verbunden. Vor allem nichterneuerbare Energieträger wie Heizöl, Gas oder Benzin haben eine starke Klimawirkung. Wir reduzieren daher unseren eigenen Energiebedarf so weit wie möglich, bevorzugen erneuerbare Energieträger, und stellen durch ein laufendes Monitoring und Controlling sicher, dass die Energie effizient verwendet und nicht verschwendet wird.

2019 belief sich unser Primärenergiebedarf auf 2’935 MWh. Dabei hat der Primärenergiebedarf für Strom und Wärme abgenommen. Das ist auf Effizienzsteigerungen beim Stromverbrauch und den Wechsel zur Fernwärme im Zusammenhang mit dem Umzug des Standorts Zürich in den Andreasturm zurückzuführen. Der Primärenergiebedarf für die berufliche Mobilität hingegen ist sowohl beim öffentlichen Verkehr (+8.8%) wie bei den Personenwagen (+17.5%) deutlich gestiegen. Entsprechend haben die Treibhausgasemissionen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Dafür verantwortlich ist neben der beruflichen Mobilität mit Personenwagen (+20%) auch die Gebäudewärme (+15%); der entsprechende Endenergiebedarf ist an verschiedenen Standorten angestiegen. Die geschäftlichen Flugreisen sind für 1% des Primärenergiebedarfs und für 2% der Treibhausgasemissionen verantwortlich.
 

Klimawandel: Risiko oder Chance?

Die Treibhausgasemissionen, die durch die Nutzung fossiler Energieträger entstehen, sind in den letzten Jahrzehnten massiv angestiegen und führen dazu, dass sich unser Klima verändert. Wir sehen diese Entwicklung als Risiko und leiten daraus einen Handlungsbedarf ab. Mit unserem Dienstleistungsangebot haben wir die Möglichkeit, die Nutzung erneuerbarer Energieträger zu fördern und eine effiziente Energienutzung zu erzielen. Wir setzen uns dafür ein, mit hochwertiger Energie, der Exergie, sorgfältig umzugehen, und niederwertige Energie, die Anergie, besser zu nutzen. Zusammen mit unseren Auftraggebern versuchen wir, tragfähige Lösungen zu entwickeln, welche ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Damit leisten wir einen Beitrag, dem Klimawandel entgegenzuwirken und CO2-Emissionen zu reduzieren. So konnten wir 2019 ein Vielfaches unserer eigenen Treibhausgasemissionen mit Betriebsoptimierungen bei unseren Kunden einsparen.

Kennzahlen zu Gebäudeenergie und Mobilität

Energiemanagementsystem

Von 2015 bis 2017 verfügte die Amstein + Walthert AG am Standort Andreasstrasse 11 in Zürich über ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach ISO 50001. Ab 2018 wurde das System nicht weiter auditiert, jedoch die Prozesse weitergelebt und laufend verbessert. Mit dem Energiemanagementsystem wird der Energieverbrauch methodisch erfasst und ausgewertet. Ziel ist es, die Energieeffizienz kontinuierlich zu steigern. Das Energiemanagementsystem ergänzt das Energiecontrolling, das bereits seit 2007 besteht.

Aufbau und Organisation

Die Definition und Erstellung der EnMS-Dokumente und -Prozesse wurde am bestehenden Qualitätsmanagement (ISO 9001) angelehnt. Die Energiepolitik von Amstein + Walthert ist im Leitbild verankert. Wir verpflichten uns dazu, die energiebezogene Leistung mittels Effizienzsteigerungsmassnahmen und energetischer Betriebsoptimierung stetig zu verbessern. Das Management hat einen Energie-Beauftragten benannt. Er wird von einem Team mit Mitgliedern aus energetisch relevanten Geschäftsbereichen unterstützt. Damit wird sichergestellt, dass das EnMS eingeführt, umgesetzt, aufrechterhalten und kontinuierlich verbessert wird.

Erfassung Energiekennzahlen

Mit der Einführung des EnMS wurden detaillierte Energieleistungskennzahlen neu definiert, wie z.B. der Endenergieverbrauch pro Vollzeitäquivalent, der Raumwärmeverbrauch, der PUE vom Rechenzentrum oder der Primärenergie der Berufsmobilität. Diese Daten werden regelmässig erhoben und in einem Management-Review beurteilt. Damit wird die Bewertung des Fortschritts ermöglicht und es erlaubt ein Benchmarking. Mit dem Bezug des neuen Hauptgebäudes im Andreasturm auf Ende 2018 mit 450 Arbeitsplätzen müssen die Ziele sowie Energiebezugskennzahlen aller Bereiche komplett angepasst und neu definiert werden. Die zukünftigen Möglichkeiten der energetischen Betriebsoptimierung (eBO) der haustechnischen Anlagen sind durch das Mietverhältnis eingeschränkt.

 

Massnahmenumsetzung

Dank wiederkehrender Kontrolle und Bewertung können vorbeugende und korrigierende Massnahmen zur Sicherstellung der Zielerreichung ausgelöst werden. 
Von 2007 bis 2017 bestand mit der freiwilligen Zielvereinbarung EnAW für den Standort Andreasstrasse 11, Zürich, eine Selbstverpflichtung für Energieeffizienz im Gebäudebereich. Bisher konnte der Reduktions-Zielpfad stets eingehalten werden. Infolge des Umzuges in den Andreasturm wird die Zielvereinbarung im Jahr 2020 für den Andreasturm neu aufgesetzt.
Die umgesetzten Massnahmen sind beispielsweise Anpassungen von Betriebszeiten der Beleuchtung und der lüftungstechnischen Anlagen sowie die Senkung der Austrittstemperatur der Kältemaschinen.

Gebäudeenergie

Der ökologische Fussabdruck einer Unternehmung wird massgeblich von der Wahl ihrer Energiequellen beeinflusst. Die Nutzung von fossilen Energieträgern wie Öl oder Erdgas verursacht beträchtliche Treibhausgasemissionen. Wir setzen uns daher für eine nachhaltige Nutzung von Energie ein und wenden diesen Grundsatz wo immer möglich in unseren Büroräumlichkeiten an. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht enthält erstmals auch die Gebäudeenergie-Daten des Standorts Luzern.

Anteil erneuerbarer und inländischer Strom

In der Amstein + Walthert Gruppe versuchen wir möglichst viele erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Der Anteil erneuerbarer Endenergie wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie und Biomasse, liegt beim Strom bei praktisch 100%. Der Anteil erneuerbarer Energie konnte gegenüber 2015 um 12%-Punkte erhöht werden. Der Rest setzt sich aus Kernenergie, fossilen Energieträgern (z.B. Erdöl), nicht erneuerbaren Abfällen und nicht überprüfbaren Energieträgern zusammen. Ziel ist es, in allen Niederlassungen ausschliesslich erneuerbaren und inländischen Strom zu verwenden. Der Anteil des inländischen Stromverbrauchs liegt bei 86%. Das Ziel wurde 2019 somit deutlich verfehlt. Bereits auf Anfang 2020 wurde das Stromprodukt am Standort Zürich, auf welches die Verschlechterung primär zurückzuführen ist, wieder angepasst.

Primärenergiebedarf

Primärenergie bezeichnet die ursprüngliche Form der Energie, das sind zum Beispiel Kohle, Erdöl, Wind oder Sonnenlicht. Der Begriff Primärenergie beschreibt somit den Energiebedarf inklusive aller vorgelagerten Prozessketten eines Produkts. Einbezogen werden alle Prozesse der Rohstoffgewinnung, Umwandlung und Verteilung. Mit Hilfe von Primärenergiefaktoren lässt sich der Endenergieverbrauch in den Primärenergiebedarf umrechnen.

Der Primärenergiebedarf an unseren Standorten ist durch die durchmischte Gebäudestruktur sehr unterschiedlich. Die Zusammenlegung der vier Zürcher Standorte, die teils mit Wärmepumpe teils mit Erdgas geheizt wurden, in den mit Fernwärme beheizten Andreasturm Ende 2018 erschwert den Vergleich zum Vorjahr zusätzlich. Alle Niederlassungen zusammen verbrauchten 2019 rund 2’006 MWh/a Primärenergie. Davon wurden 1’051 MWh/a für die Beheizung der Räume und 955 MWh/a für die Beleuchtung, EDV etc. benötigt. Die weitere Reduktion des Primärenergieverbrauchs von 2.7 MWh/FTE im 2018 auf 2.1 MWh/FTE ist auf den Wechsel der Heizsysteme am Standort Zürich und auf den insgesamt weiter sinkenden Strombedarf zurückzuführen. Der Wechsel von der Wärmepumpe zur Fernwärme am Standort Zürich hat allerdings auch zur Folge, dass der Anteil erneuerbarer Wärme der Amstein + Walthert Gruppe von 40% auf 14% abnimmt.  

Über 53% des Energieverbrauches insgesamt wurde durch erneuerbare Quellen gedeckt, dies hilft massgeblich, unseren ökologischen Fussabdruck gering zu halten.


Treibhausgasemissionen

Die Treibhausgasemissionen (THGE gesamt) betrugen im Jahr 2019 rund 216 Tonnen CO2-Äquivalente. Davon fallen 201 Tonnen CO2-Äquivalente bei der Beheizung unserer Räumlichkeiten an. Für den elektrischen Strom benötigen wir 15 Tonnen CO2-Äquivalente. Die Treibhausgasemissionen stiegen gegenüber 2018 um 14%, da der Endenergiebedarf im Wärmebereich an verschiedenen Standorten zunahm. Am Standort Zürich hingegen verringern sich die Treibhausgasemissionen mit dem Umzug in den Andreasturm aufgrund des tieferen Strombedarfs und des Wechsels vom Erdgas zur Fernwärme um über 40%.

Mobilität

Unsere Mitarbeitenden sind häufig unterwegs: auf dem Arbeitsweg, zu Baustellen, Kunden und Partnern. Mobilität stellt mit ihrem Energieverbrauch und den anfallenden Treibhausgasemissionen jedoch eine beträchtliche Umweltbelastung dar. Wir versuchen daher, mit unseren Mobilitätslösungen unseren ökologischen Fussabdruck möglichst gering zu halten.

Mobilitätsmanagement

Schon seit 2001 besteht für den Standort in Zürich ein Mobilitätskonzept, in dem die Grundsätze für die Nutzung der unterschiedlichen Mobilitätsformen festgelegt sind. Seit 2015 nimmt Amstein + Walthert zudem am Programm «Mobilitätsmanagement für Unternehmen» des Bundesamtes für Energie teil. Dabei wurde für die Standorte Bern, Genf, St. Gallen und Zürich Oerlikon ein standortspezifisches Mobilitätskonzept erarbeitet. Dasjenige des Standorts Zürich wurde anlässlich des Umzugs in den Andreasturm Ende 2019 neu verfasst. In einem zweiten Schritt werden nun laufend Massnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität definiert und umgesetzt. Dazu werden die Mitarbeitenden alle 2 Jahre mit einer umfassenden Mobilitätsbefragung unter anderem nach Verbesserungsmöglichkeiten an ihrem Standort befragt. Die Auswertung der Befragung 2020 und die Erarbeitung weiterer Massnahmen, um den Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen im Rahmen der Mobilität wieder zu senken, werden ein wichtiger Schwerpunkt im laufenden Jahr sein.

Unseren Mitarbeitenden stehen für die berufliche Mobilität folgende Verkehrsmittel zur Verfügung:

Öffentlicher Verkehr

Der öffentliche Verkehr bildet die Basis für die Abdeckung unserer Mobilitätsbedürfnisse. Dementsprechend nutzen viele unserer Mitarbeitenden die öffentlichen Verkehrsmittel (siehe berufliche Mobilität). Die meisten unserer Standorte befinden in unmittelbarer Nähe von bedeutenden Bahnhöfen.

Firmenfahrzeuge

Wo es aus Gründen der Effizienz notwendig oder sinnvoll ist, stehen unseren Mitarbeitenden an den meisten Standorten Firmenfahrzeuge zur Verfügung. Hier entscheiden wir uns jeweils für möglichst effiziente Fahrzeuge. In St. Gallen und Genf kommt ein Elektrofahrzeug zum Einsatz und der Standort Bern verfügt über ein Hybrid-Auto. An den Standorten Lausanne und Zürich Oerlikon haben wir uns für Smarts entschieden, weil diese einen geringen CO2-Ausstoss aufweisen und wenig Platz beanspruchen. Ab März 2020 werden jedoch am Standort Zürich die Smarts etappenweise durch Elektrofahrzeuge ersetzt.
 

Mobility

Nebst den Firmenfahrzeugen können unsere Mitarbeitenden bei Bedarf Mobility-Fahrzeuge nutzen. Diese werden beispielsweise dann eingesetzt, wenn sich die Fahrt gut mit dem öffentlichen Verkehr kombinieren lässt oder wenn kein Firmenfahrzeug verfügbar ist.

 

 

Firmenfahrräder

An den Standorten Bern und Genf stehen unseren Mitarbeitenden firmeneigene Fahrräder zur Verfügung. Seit 2017 stehen am Standort Zürich sowohl firmeneigene Fahrräder wie auch E-Bikes zur Verfügung.  Diese sind für kürzere Strecken in der Stadt gut geeignet und werden rege genutzt.

 

Privatwagen

Falls durch die Nutzung des privaten Fahrzeugs eine wesentliche Zeit- oder Kostenersparnis resultiert, kann dieses zu Geschäftszwecken eingesetzt werden.

Berufliche Mobilität

Im Jahr 2019 haben unsere Mitarbeitenden rund 2'280'700 Kilometer für Geschäftszwecke zurückgelegt. Das sind fast 12% mehr als im Vorjahr. Rund 51% der Distanz legten sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück (1 Prozentpunkt weniger als 2018), die restlichen 49% mit ihrem eigenen Fahrzeug, der Firmenflotte oder mit Mobility Fahrzeugen. 

 

 

Erstmals wurden 2019 auch die Flugreisen im Rahmen der beruflichen Mobilität erhoben. Insgesamt wurden 2019 rund 44'000 km geflogen.


Primärenergiebedarf / Treibhausgasemissionen

Entsprechend erhöht sich der Primärenergiebedarf für die berufliche Mobilität auf 929 MWh. Dies entspricht 953 kWh pro Vollzeitstelle. 88.8% des Bedarfes werden durch fossile Energiequellen gedeckt. 
Die durch die berufliche Mobilität induzierten Treibhausgasemissionen betrugen rund 223 t CO₂-Äquivalente, was 229 kg CO₂-Äquivalenten pro Vollzeitstelle entspricht. Der Vorjahreswert ohne Berücksichtigung der Flugreisen lag bei 196 kg CO₂-Äquivalenten pro Vollzeitstelle.

 

Pendlermobilität

Unsere Mitarbeitenden nutzen nicht nur für geschäftliche Termine unterschiedliche Verkehrsmittel, sondern auch für den Weg vom Wohn- zum Arbeitsort. Gemäss der dritten Pendlerbefragung Anfang 2020 hat sich der Modal Split insgesamt gegenüber 2017 kaum verändert. Für rund 66% der Arbeitswege (in km) kommen Bahn, Tram und Bus zum Einsatz, für rund 26% der motorisierte Individualverkehr, und die restlichen 8% der Wege werden mit Muskelkraft zurückgelegt. 

Die Niederlassungen in Genf, Bern und Zürich beteiligten sich 2019 an der Aktion Bike to work. Innerhalb des Unternehmens wurden Teams gebildet, welche im Mai/Juni einen Teil oder den ganzen Arbeitsweg per Velo zurücklegten. Insgesamt haben die teilnehmenden Teams rund 24’900 km mit dem Fahrrad zurückgelegt, ein Viertel mehr als im Vorjahr.


Im Rahmen unseres Mobilitätsmanagements engagieren wir uns dafür, den Anteil an umweltfreundlichen Mobilitätsformen weiter auszubauen. Zum Beispiel indem wir unseren Mitarbeitenden mit einem Mindestpensum von 50% sowie einer Anstellungszeit von über 6 Monaten gratis einen Gutschein für ein Halbtax-Abo abgeben. 2019 wurden insgesamt 954 Halbtax-Gutscheine bezogen.

 

Primärenergieverbrauch / Treibhausgasemissionen

Der Primärenergiebedarf für die Pendlermobilität belief sich insgesamt auf 3'055 MWh oder bezogen auf die Anzahl Stellen 3'134 kWh pro Vollzeitstelle. 79% davon waren nicht erneuerbar.
Die durch die Pendlermobilität induzierten Treibhausgasemissionen betrugen 2019 rund 598 t CO₂-Äquivalente, was 614 kg CO₂-Äquivalenten pro Vollzeitstelle entspricht. Energieverbrauch und Emissionen der Pendlermobilität haben damit gegenüber 2017 um rund 6% pro Vollzeitstelle zugenommen.