Energie und Mobilität

Als Dienstleistungsunternehmen benötigen wir Energie in vielfältiger Form: für das Heizen unserer Gebäude, für den Betrieb unserer elektrischen Geräte und Anlagen oder für unsere Mobilität.
Die Nutzung von Energie ist immer auch mit Umweltbeeinträchtigungen verbunden. Vor allem nichterneuerbare Energieträger wie Heizöl, Gas oder Benzin haben eine starke Klimawirkung. Wir reduzieren daher unseren eigenen Energiebedarf so weit wie möglich, bevorzugen erneuerbare Energieträger, und stellen durch ein laufendes Monitoring und Controlling sicher, dass die Energie effizient verwendet und nicht verschwendet wird.

Im Vergleich zu 2017 ist der Primärenergiebedarf für die A+W Gruppe im Geschäftsjahr 2018 gestiegen (+1.8%). Während der Primärenergiebedarf für den Strom zunahm, hat auch der Primärenergiebedarf für die berufliche Mobilität mit Personenwagen (Firmenflotte, Mobility, Privatwagen) um 1.9% zugenommen.
Die Treibhausgasemissionen haben 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1% (2 Tonnen CO2eq.) zugenommen. Hauptgrund dafür ist die Veränderung des Modalsplits bei der beruflichen Mobilität (Erhöhung Anteil Auto von 45% auf 48%).

 

 

Klimawandel: Risiko oder Chance?

Die Treibhausgasemissionen, die durch die Nutzung fossiler Energieträger entstehen, sind in den letzten Jahrzehnten massiv angestiegen und führen dazu, dass sich unser Klima verändert. Wir sehen diese Entwicklung als Risiko und leiten daraus einen Handlungsbedarf ab. Mit unserem Dienstleistungsangebot haben wir die Möglichkeit, die Nutzung erneuerbarer Energieträger zu fördern und eine effiziente Energienutzung zu erzielen. Wir setzen uns dafür ein, mit hochwertiger Energie, der Exergie, sorgfältig umzugehen, und niederwertige Energie, die Anergie, besser zu nutzen. Zusammen mit unseren Auftraggebern versuchen wir, tragfähige Lösungen zu entwickeln, welche ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Damit leisten wir einen Beitrag, dem Klimawandel entgegenzuwirken und CO2-Emissionen zu reduzieren. So konnten wir 2018 ein Vielfaches unserer eigenen Treibhausgasemissionen mit Betriebsoptimierungen bei unseren Kunden einsparen.

Kennzahlen zu Gebäudeenergie und Mobilität

Energiemanagementsystem

Von 2015 bis 2017 verfügte die Amstein + Walthert AG am Standort Andreasstrasse 11 in Zürich über ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach ISO 50001. Ab 2018 wurde das System nicht weiter auditiert, jedoch die Prozesse weitergelebt und laufend verbessert. Mit dem Energiemanagementsystem wird der Energieverbrauch methodisch erfasst und ausgewertet. Ziel ist es, die Energieeffizienz kontinuierlich zu steigern. Das Energiemanagementsystem ergänzt das Energiecontrolling, das bereits seit 2007 besteht.

Aufbau und Organisation

Die Definition und Erstellung der EnMS-Dokumente und -Prozesse wurde am bestehenden Qualitätsmanagement (ISO 9001) angelehnt. Die Energiepolitik von Amstein + Walthert ist im Leitbild verankert. Wir verpflichten uns dazu, die energiebezogene Leistung mittels Effizienzsteigerungsmassnahmen oder Betriebsoptimierung stetig zu verbessern. Das Management hat einen Energie-Beauftragten benannt. Er wird von einem Team mit Mitgliedern aus energetisch relevanten Geschäftsbereichen unterstützt. Damit wird sichergestellt, dass das EnMS eingeführt, umgesetzt, aufrechterhalten und kontinuierlich verbessert wird.

Erfassung Energiekennzahlen

Mit der Einführung des EnMS wurden detaillierte Energieleistungskennzahlen neu definiert, wie z.B. der Endenergieverbrauch pro Vollzeitäquivalent, der Raumwärmeverbrauch, der PUE vom Rechenzentrum oder der Primärenergie der Berufsmobilität. Diese Daten werden regelmässig erhoben und in einem Management-Review beurteilt. Damit wird die Bewertung des Fortschritts ermöglicht und es erlaubt ein Benchmarking. Mit dem Umzug in den Andreasturm am 1.12.2018 muss das System der Energieerfassung neu aufgebaut werden, und wird nicht mehr vergleichbar sein mit dem bisherigen System.

Massnahmenumsetzung

Dank wiederkehrender Kontrolle und Bewertung können vorbeugende und korrigierende Massnahmen zur Sicherstellung der Zielerreichung ausgelöst werden. 
Von 2007 bis 2017 bestand mit der freiwilligen Zielvereinbarung EnAW für den Standort Andreasstrasse 11, Zürich, eine Selbstverpflichtung für Energieeffizienz im Gebäudebereich. Bisher konnte der Reduktions-Zielpfad stets eingehalten werden. Infolge des Umzuges in Andreasturm, wird die Zielvereinbarung im 2019 für den Andreasturm neu aufgesetzt.
Die umgesetzten Massnahmen sind beispielsweise Optimierungen der Wärmeerzeugung, Anpassungen von Betriebszeiten oder der Einsatz von LED-Leuchten und -Leuchtmitteln.

Gebäudeenergie

Der ökologische Fussabdruck einer Unternehmung wird massgeblich von der Wahl ihrer Energiequellen beeinflusst. Die Nutzung von fossilen Energieträgern wie Öl oder Erdgas verursacht beträchtliche Treibhausgasemissionen. Wir setzen uns daher für eine nachhaltige Nutzung von Energie ein und wenden diesen Grundsatz wo immer möglich in unseren Büroräumlichkeiten an. Die Gebäudeenergie-Daten des neuen Standortes in Luzern können erst ab 2019 erhoben werden und sind deshalb nicht Bestandteil des aktuellen Nachhaltigkeitsberichtes 2018.

Anteil erneuerbarer und inländischer Strom

In der Amstein + Walthert Gruppe versuchen wir möglichst viele erneuerbare Energiequellen zu Nutzen. Der Anteil erneuerbarer Endenergie wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie und Biomasse, liegt beim Strom bei über 98%. Der Anteil erneuerbarer Energie konnte gegenüber 2015 um 12%-Punkte erhöht werden. Durch Produktewechsel beim Stromeinkauf für die Niederlassung in Bern nahm der erneuerbare Anteil beim Strom zu. Der Rest setzt sich aus Kernenergie, fossilen Energieträgern (z.B. Erdöl), nicht erneuerbaren Abfällen und nicht überprüfbaren Energieträgern zusammen. Ziel ist es, in allen Niederlassungen ausschliesslich erneuerbaren und inländischen Strom zu verwenden. Der Anteil des inländischen Stromverbrauchs liegt bei 95%. Das Ziel wurde 2018 knapp verfehlt und ist deshalb ein Schwerpunktthema für das Jahr 2019.

Primärenergiebedarf

Primärenergie bezeichnet die ursprüngliche Form der Energie, das sind zum Beispiel Kohle, Erdöl, Wind oder Sonnenlicht. Der Begriff Primärenergie beschreibt somit den Energiebedarf inklusive aller vorgelagerten Prozessketten eines Produkts. Einbezogen werden alle Prozesse der Rohstoffgewinnung, Umwandlung und Verteilung.
Mit Hilfe von Primärenergiefaktoren lässt sich der Endenergieverbrauch in den Primärenergiebedarf umrechnen.

Der Primärenergiebedarf an unseren Standorten ist durch die durchmischte Gebäudestruktur sehr unterschiedlich und kaum vergleichbar. Alle Niederlassungen zusammen haben 2018 rund 2’404 MWh/a Primärenergie verbraucht (+2.3 % gegenüber 2017). Davon wurden 1'277 MWh/a für die Beheizung der Räume und 1'127 MWh/a für die Beleuchtung, EDV etc. benötigt. Aufgrund des Umzugs in den Andreasturm mussten wir während der Umzugsperiode (ca. 1 Monat) sowohl die alten als auch die neuen Büroflächen mit Wärme und Strom versorgen. Gleichzeitig konnten wir durch Effizienzsteigerungen den Primärenergieverbrauch pro FTE weiter senken von 2.9 MWh/FTE im 2017 auf 2.7 MWh/FTE im 2018.
Über 60% des Energieverbrauches wurde durch erneuerbaren Quellen gedeckt, dies hilft massgeblich, unseren ökologischen Fussabdruck gering zu halten.


Treibhausgasemissionen

Die Treibhausgasemissionen (THGE gesamt) betrugen im Jahr 2018 rund 189 Tonnen CO2-Äquivalente. Davon fallen 174 Tonnen CO2-Äquivalente bei der Beheizung unserer Räumlichkeiten an. Für den elektrischen Strom jedoch nur 15 Tonnen CO2-Äquivalente. Die Treibhausgasemissionen sind gegenüber 2017 leicht gesunken (-1%), dies aufgrund des höheren Anteils an Strom aus erneuerbaren Quellen.

Mobilität

Unsere Mitarbeitenden sind häufig unterwegs: auf dem Arbeitsweg, zu Baustellen, Kunden und Partnern. Mobilität stellt mit ihrem Energieverbrauch und den anfallenden Treibhausgasemissionen jedoch eine beträchtliche Umweltbelastung dar. Wir versuchen daher, mit unseren Mobilitätslösungen unseren ökologischen Fussabdruck möglichst gering zu halten.

Mobilitätsmanagement

Schon seit 2001 besteht für den Standort in Zürich ein Mobilitätskonzept, in dem die Grundsätze für die Nutzung der unterschiedlichen Mobilitätsformen festgelegt sind. Seit 2015 nimmt Amstein + Walthert zudem am Programm «Mobilitätsmanagement für Unternehmen» des Bundesamtes für Energie teil. Dabei wurde für die Standorte Bern, Genf, St. Gallen und Zürich Oerlikon ein standortspezifisches Mobilitätskonzept erarbeitet. In einem zweiten Schritt werden nun laufend Massnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität definiert und umgesetzt.
Anfang 2017 haben wir im Rahmen der A+W University einen EcoDrive Fahrkurs mit einem Simulator organisiert. Ziel des Kurses war unsere Mitarbeitenden hinsichtlich energieeffizienten Autofahrens zu sensibilisieren und zu schulen. Während der EcoDrive Woche in Zürich haben über 100 Mitarbeitende den Kurs am Simulator absolviert. 

 

 

Unseren Mitarbeitenden stehen für die berufliche Mobilität folgende Verkehrsmittel zur Verfügung:

Öffentlicher Verkehr

Der öffentliche Verkehr bildet die Basis für die Abdeckung unserer Mobilitätsbedürfnisse. Dementsprechend nutzen viele unserer Mitarbeitenden die öffentlichen Verkehrsmittel. Die meisten unserer Standorte befinden in unmittelbarer Nähe von bedeutenden Bahnhöfen.

Firmenfahrzeuge

Wo es aus Gründen der Effizienz notwendig oder sinnvoll ist, stehen unseren Mitarbeitenden an den meisten Standorten Firmenfahrzeuge zur Verfügung. Hier entscheiden wir uns jeweils für möglichst effiziente Fahrzeuge. In St.Gallen und Genf kommt ein Elektrofahrzeug zum Einsatz und der Standort Bern verfügt über ein Hybrid-Auto. An den Standorten Lausanne und Zürich Oerlikon haben wir uns bewusst für Smarts entschieden, weil diese einen geringen CO2-Ausstoss aufweisen haben und wenig Platz beanspruchen.
 

Mobility

Nebst den Firmenfahrzeugen können unsere Mitarbeitenden bei Bedarf Mobility-Fahrzeuge nutzen. Diese werden beispielsweise dann eingesetzt, wenn sich die Fahrt gut mit dem öffentlichen Verkehr kombinieren lässt oder wenn kein Firmenfahrzeug verfügbar ist.

 

 

Firmenfahrräder

An den Standorten Bern und Genf stehen unseren Mitarbeitenden firmeneigene Fahrräder zur Verfügung. Seit 2017 stehen am Standort Zürich sowohl firmeneigene Fahrräder wie auch E-Bikes zur Verfügung.  Diese sind für kürzere Strecken in der Stadt gut geeignet und werden rege genutzt.

 

Privatwagen

Falls durch die Nutzung des privaten Fahrzeugs eine wesentliche Zeit- oder Kostenersparnis resultiert, kann dieses zu Geschäftszwecken eingesetzt werden.

Berufliche Mobilität

Im Jahr 2018 haben unsere Mitarbeitenden rund 2'037'000 Kilometer für Geschäftszwecke zurückgelegt. Rund 52% (3 Prozentpunkte weniger als 2017) der Distanz legten sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, die restlichen 48% mit ihrem eigenen Fahrzeug, der Firmenflotte oder mit Mobility Fahrzeugen.


Primärenergiebedarf / Treibhausgasemissionen

Der Primärenergiebedarf für die berufliche Mobilität lag 2 MWh über dem Vorjahreswert und belief sich auf 773 MWh. Dies entspricht 847 kWh pro Vollzeitstelle. 87.5% des Bedarfes werden durch fossile Energiequellen gedeckt. Unter Primärenergie versteht man die Energie, welche für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport der Energie nötig ist.
Die durch die berufliche Mobilität induzierten Treibhausgasemissionen haben im Vergleich zum Vorjahr um 5 Tonnen zugenommen und betrugen rund 179 t CO₂-Äquivalente, was 196 kg CO₂-Äquivalente pro Vollzeitstelle entspricht. Hauptgrund für die Zunahme ist die Veränderung des Modalsplits bei der beruflichen Mobilität (Erhöhung Anteil Auto von 45% auf 48%).

 

Pendlermobilität

Unsere Mitarbeitenden nutzen nicht nur für geschäftliche Termine unterschiedliche Verkehrsmittel, sondern auch für den Weg vom Wohn- zum Arbeitsort. 2017 haben wir zum zweiten Mal eine Umfrage durchgeführt, um mehr über die zurückgelegten Distanzen und die Verkehrsmittelwahl zu erfahren. 616 Mitarbeitende haben an der freiwilligen Umfrage teilgenommen. Der Modal Split hat sich gegenüber 2015 kaum verändert. Für rund 68% der Arbeitswege (in km) kommen Bahn, Tram und Bus zum Einsatz, rund 25% benutzen motorisierten Individualverkehr und die restlichen 7% der Wege werden mit Muskelkraft zurückgelegt. Die Umfrage wird im Zweijahresrhythmus durchgeführt.

Die Niederlassungen in Genf, St. Gallen, Bern, Zürich und Frauenfeld, sowie Reflexion und Enastra beteiligten sich 2018 an der Aktion Bike to work. Innerhalb des Unternehmens werden Teams gebildet, welche im Mai/Juni einen Teil oder den ganzen Arbeitsweg per Velo zurücklegten. Insgesamt haben die teilnehmenden Teams rund 19’600 km mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Im Rahmen unseres Mobilitätsmanagements engagieren wir uns dafür, den Anteil an umweltfreundlichen Mobilitätsformen weiter auszubauen. Zum Beispiel indem wir unseren Mitarbeitenden mit einem Mindestpensum von 50% sowie einer Anstellungszeit von über 6 Monaten gratis einen Gutschein für ein Halbtax-Abo abgeben. 2018 wurden insgesamt 932 Halbtax-Gutscheine bezogen.

 

Primärenergieverbrauch / Treibhausgasemissionen

Der Primärenergiebedarf für die Pendlermobilität belief sich insgesamt auf 2427 MWh oder bezogen auf die Anzahl Stellen 2'956 kWh pro Vollzeitstelle. 78% davon waren nicht erneuerbar.
Die durch die Pendlermobilität induzierten Treibhausgasemissionen betrugen 2017 rund 470 t CO₂-Äquivalente, was 573 kg CO₂-Äquivalente pro Vollzeitstelle entspricht.