A+W Forum - digitales Bauen - handeln statt warten!

07.06.2016 - Am 7. Juni fand in der Maag Eventhalle das A+W Forum zum Thema "digitales Bauen - die Herausforderung der Schweizer Bauwirtschaft" statt. Die Nachfrage war gross, das Thema stets in aller Munde und auch ein kleines bisschen das Phantom der Szene. Über 400 Personen haben den Weg nach Zürich West genommen und erwarteten etwas von dem Mysterium Digitalisierung zu erfahren. Auf dem digitalen Weg sind wir längst, unsere Arbeitsinstrumente sind grösstenteils Computer, unser Smartphone hält unsere Termine auf dem aktuellen Stand und vernetzt uns mit der ganzen Welt. Aber Digitalisierung in der Baubranche? Was bedeutet das, wo führt das hin? Dieser Frage stellten sich drei äusserst kompetente Keynote Speaker und ein hochkarätiges Podium diskutierte im Anschluss über Lösungen für die Zukunft.

Durchaus ein Interessanter Input zur Begrüssung lieferte Katja Stauber, welche souverän und kompetent durch den Abend leitete. Nämlich gaben 65% aller Befragten aus der Baubranche an, dass keine Digitalisierung in ihren Büros stattfinde. CEO Christian Appert kontert und wagt die These, dass sich die gesamte Gebäudetechnik und Baubranche bis in 10 Jahren komplett revolutioniert habe. Zwar setze er auch in Zukunft auf die zwischenmenschlichen Werte und Ideale, die kein Computer ersetzen könne, aber die tatsächliche Arbeit am Schreibtisch werde digitalisiert, Jobs die es heute gäbe würden teils verschwinden dafür neue an anderen Stellen geschaffen. Das sei eine der zukünftigen Herausforderungen.

Das erste Input Referat lieferte Nick Sohnemann von Futurecandy AG in Hamburg. Sohnemann lieferte nicht nur ein Referat, Sohnemann lieferte eine neue Welt. Er nahm die Besucher mit in eine virtuelle Realität. Die Realität der Zukunft, welche auch vor der Baubranche nicht stoppt. Er erklärte die Zusammenarbeit von Elite-Ingenieuren mit Computergeeks aus dem Silicon Valley und stellte das intelligente Gebäude der Zukunft vor, oder wie die Planung in Zukunft aussehen könnte. Das alles wirkte surreal und gleichzeitig muss festgestellt werden, dass dies alles bereits Technik der Gegenwart ist und nicht Science Fiction. Sohnemann liess uns dann voller Tatendrang, die Digitalisierung entdecken zu wollen, zurück und leitete in das Referat von Steffen Riegas von Herzog & De Meuron über. Riegas zeigte Beispiele aus der Praxis und den Einsatz von Virtual Reality Brillen. So konnte das Publikum den direkten Einsatz von diesen Brillen in der Architektur sehen. Die Vorteile waren klar zu erkennen und es wurde auch sofort klar: Die Digitalisierung kommt nicht irgendwann, sie ist hier, jetzt, im Jahr 2016. Keine Utopie oder Vision sondern direkt in Projekten im Einsatz. Dies bestätigte auch Thomas Wehrle von ERNE AG Holzbau. Sein Rezept für den erfolgreichen Umgang mit der Digitalisierung war: "kleine Schritte und das Testen an kleinen Projekten führt zum Erfolg". Auch wenn der Initialaufwand gross scheinen mag, nimmt er von Mal zu Mal drastisch ab und mittelfristig werden Prozesse effizienter.

Auf dem Podium war man sich einig, dass die Branche vorwärts schreitet und motiviert sei. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit die Zukunft der Baubranche mitzugestalten, wenn wir das Gespenst der Digitalisierung entphantomisieren und anpacken. Die notwendige vernetzte Zusammenarbeit über alle Dienstleistungen, Gewerke und sogar über die Berufsgrenzen hinweg entspricht der Denkweise des BIM. Diese Denk- und Arbeitsweise fördern wir. Nichts ist ein Fehler. Kein Sieg, keine Niederlage: There's only MAKE, nicht warten sondern handeln. Wer sorgfältig einfach einen Schritt vor den anderen setzt kommt zum Ziel, nur Stillstand ist Rückstand.