Gotthard-Basistunnel - Einweihung eines Eisenbahnmeisterwerks

01.06.2016 - Heute am 1. Juni 2016 wurde ein Meilenstein in der Tunnelgeschichte geschrieben. Der Gotthard-Basistunnel wurde offiziell von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann in Uri und Bundesrätin Doris Leuthard am Tessiner Südportal in Pollegio eingeweiht. Offiziell wird die fahrplanmässige Übergabe an den Schienenverkehr mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 stattfinden.

Begonnen hat dieses Bauprojekt mit einer Volksabstimmung im Jahre 1993, als sich das Schweizer Volk für die Umsetzung des längsten Eisenbahntunnels der Geschichte aussprach. Mit dem Tunnelanstich im Jahre 1999 nahm eine lange Baureise ihren Weg durch die Tiefen des Gotthardmassivs. Daten wurden verschoben, Budgets erhöht, Visionen geboren und mit Porta Alpina auch einige wieder begraben. Bei der heutigen Einweihung herrscht jedoch Freude über das gelungene Meisterwerk und man ist sich einig: Die NEAT wird den europäischen Schienenverkehr revolutionieren.

Das Bauprojekt war eine gigantische Herausforderung für alle beteiligten Unternehmungen. Die Amstein + Walthert Gruppe hat beispielsweise massgebend dazu beigetragen, dass der Tunnel auch bei bis zu 2'300 Metern Felsüberlagerung mit Strom versorgt wird. Die Stromversorgung 50 Hz wurde in fünf Abschnitte aufgeteilt, von Amstein + Walthert und weiteren zwei Ingenieurbüros geplant und ausgeführt. Die übergeordnete Planungskoordination der Stromversorgung 50 Hz im gesamten Gotthard-Basistunnel von Erstfeld bis Bodio hat Amstein + Walthert Bern sichergestellt. Insgesamt war die Amstein + Walthert Gruppe von der Vorprojektphase bis zur heutigen Inbetriebnahme mit seinen ausgewiesenen Kompetenzen in Planung, Koordination, Projektmanagement, Risikomanagement, Qualitätssicherung und Validierung in dieses Jahrhundertprojekt involviert und übernahm Verantwortung.

Der Basistunnel besteht aus zwei jeweils 57km langen Tunnelröhren, welche durch 178 Verbindungsstollen, sogenannten Querschlägen, miteinander verbunden sind. Ein solcher Querschlag mit eingebauter Technik und Überwachung ist eindrücklich im Bild 1 zu erkennen. Insgesamt wurden 3'200km Kupferkabel installiert, dies entspricht etwas mehr als der Strecke von Bern nach Moskau, um die Dimension etwas bildhafter zu gestalten. Damit niemand im Dunkeln tappt wurden 10'000 Stück Leuchten installiert.

Amstein + Walthert gratuliert allen am Projekt beteiligten Firmen, den Mineuren und dem gesamten Schweizer Volk für dieses grossartige Bauprojekt und historische Ereignis.

Technische Ausrüstungen in einem von 178 Querschlägen (Verbindung zwischen den beiden Tunnelröhren) im Gotthard-Basistunnel.

Nothaltestelle in Sedrun. Insgesamt gibt es vier solche Nothaltestellen, welche einen wesentlichen Bestandteil des Sicherheitskonzeptes des Gotthard-Basistunnels sind.

Kennziffern Bahntechnik

Fahrbahn

 
Schotterfahrbahn31 km
Beton131 000 m3
Schienen290 km
Einzelblocksystem380 000 Stk.
Weichen30 Stk.

Fahrleitung

Fahrleitung Tunnel115 km
Tunneltragwerke560 Stk.
Federtragwerke3 200 Stk.

Stromversorgung 50Hz

Lichtwellenleiter2 631 km
Kupferkabel3 200 km
Elektroschränke total2 500 Stk.
Leuchten10 000 Stk.
Trafos250 Stk.
Handlauf118 km
Schilder3 500 Stk.
Notstrom-Anlage10 Stk.