Stadtspital Triemli Zürich - Neubau Bettenhaus

15.03.2016 - Mit vergoldeten Sanitäterscheren haben am 8. März 2016 Stadträtin Claudia Nielsen (SP), Stadtrat André Odermatt (SP), Spitaldirektor Erwin Carigiet und die Direktorin des Amtes für Hochbauten, Wiebke Rösler, offiziell das neue Bettenhaus des Stadtspitals Triemli für die Medien eröffnet. Am 12. März wurden die Tore für die Öffentlichkeit geöffnet.

Das Prädikat «modernstes Bettenhaus der Schweiz» verdient der Neubau laut Nielsen und Odermatt gleich mehrfach. «Bei keinem anderen Spitalgebäude sind die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft so umfassend umgesetzt», sagte Hochbauvorsteher Odermatt. Dabei sei man nicht nur Visionär, sondern auch Pionier, hatte sich das Projekt diesem Ziel doch in einer Zeit verschrieben, als dies noch kaum ein Thema war.

Der Patienten-Universal-Terminal, genannt PUT

Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen sagte: «Das Bettenhaus ist kein Spitalbau von der Stange, sondern massgeschneidert.» So wurden im Vorfeld ausgiebig die Bedürfnisse aller künftigen Nutzerinnen und Nutzer abgeklärt, Ärzte sprachen sich mit Ingenieuren ab, Pflegeverantwortliche mit Innenarchitekten.

Und so kam es zu Einrichtungen, die einen im ersten Augenblick an die Ausstattung der Science-Fiction-Kultserie «Raumschiff Enterprise» erinnern. Sichtlich begeistert führte Spitaldirektor Carigiet den Patienten-Universal-Terminal (PUT) vor, auf dem der Patient oder die Patientin direkt das Essen bestellen, telefonieren, fernsehen und im Internet surfen kann. Zudem können die Ärzte darauf direkt am Bett auf Röntgenbilder und Laborwerte zugreifen und diese erläutern.

Der kluge Bettenlift

Doch der PUT ist nicht das einzige «Gadget» im neuen Bettenhaus. Als weltweites Novum gilt der Multitower – ein intelligenter Bettenlift, der in gewisser Weise wie der alte Paternoster funktioniert: Wenn in einem Stock ein frisches Bett gebraucht wird, kann dieses mit einem Badge angefordert werden.

Sechzig Betten stehen in einem Hochregallager und werden postwendend dorthin geliefert, wo sie gebraucht werden. «Damit stehen uns nie mehr Betten im Weg», sagte Pflegedienstleiterin Elsi Meier. Ein entsprechender Aufzug besteht für die gebrauchten Betten. Meier ist grundsätzlich sehr zufrieden darüber, dass das Personal im neuen Gebäude mehr Platz und bessere Strukturen vorfindet.

Futuristischer Kamin

Ebenfalls futuristisch erscheint der 46 Meter hohe Kamin der Energiezentrale mit seinem grauen Schiefermantel und der elliptischen Grundform. Welche Funktion hat diese für einen Kamin extravagante Form? «Sie ist schön», sagt der organisatorische Gesamtleiter Thomas Hasler von Aeschlimann Hasler Partner Architekten Zürich. Stimmt. «Zürich bekommt mit diesem Kamin ein neues Wahrzeichen», findet Odermatt.

Unter dem Kamin wird es wieder funktional und visionär: Die vom EWZ betriebene Energiezentrale wird hauptsächlich aus erneuerbaren Quellen gespeist. Die riesige Holzschnitzelheizung wird mit Holz aus dem Zürcher Wald gefüttert. Dazu kommen 92 Erdsonden und Wärmepumpen. Das Bettenhaus ist damit das erste Minergie-P-Eco-zertifizierte Spitalgebäude der Schweiz. Bei diesem Label werden neben den rein ökologischen Faktoren auch die Aspekte Wohlbefinden und Gesundheit bewertet.

Kosten und Termin eingehalten

Nach einer über 10-jährigen Planungs- und Bauzeit konnten Nielsen und Odermatt zudem verkünden: Termine und Kosten seien eingehalten worden. Das Bettenhaus wird Anfang April bezugsbereit sein. Und das vom Volk vor rund zehn Jahren gesetzte Kostendach von 290 Millionen Franken wurde eingehalten. Odermatt sprach von einer «Punktelandung».

Die Eröffnung des Bettenhauses ist laut Nielsen «ein Meilenstein» in der Gesamterneuerung des Stadtspitals. Doch ist diese damit nicht beendet. Nun wird der alte Triemli-Turm saniert, damit die Ambulatorien und die Verwaltung dort zusammengefasst werden können. Die Personalhäuser werden bis spätestens 2022 abgerissen, vorläufig aber noch als Rochadefläche bei Altersheimumbauten oder für andere Abteilungen des Spitals genutzt.

Ingenieurleistungen nach Mass

Amstein + Walthert AG war seit Planungsbeginn mit der Gebäudetechnikplanung und diversen weiteren Mandaten für das Stadtspital Triemli im Einsatz. Modernste Infrastruktur, aussergewöhnliche Architektur und höchste Standards in Bezug auf Nachhaltigkeit – das neue Bettenhaus wird allen Ansprüchen gerecht. Amstein + Walthert AG blickt in der Gesundheitsbranche auf langjährige Erfahrung zurück und kennt die Bedürfnisse eines Spitalbetriebs. Nur so war es möglich, eine effiziente und zukunftsweisende Energiestrategie nicht nur zu planen sondern tatsächlich Realität werden zu lassen. Das modernste Bettenhaus der Schweiz ist nicht nur ein neues wegweisendes Projekt im Gesundheitswesen sondern auch ein Meilenstein für Amstein + Walthert AG.

(Text: Tagesanzeiger.ch/Newsnet und Amstein + Walthert AG)